Regenerative Medizin

Was ist Gegenstand der regenerativen Medizin und welche Möglichkeiten gibt es?

Die regenerative Medizin beschäftigt sich mit der Wiederherstellung von durch Krankheit oder Unfall geschädigten Zellen, Geweben und Organen. Dabei werden Möglichkeiten untersucht, die körpereigenen Regenerations- und Reparaturprozesse anzuregen. Weiterhin wird die Erforschung des therapeutischen Einsatzes von lebenden Zellen und künstlich gezüchteten Geweben intensiv vorangetrieben. Für die Zukunft erhofft man sich von der regenerativen Medizin neue Therapieansätze zur Behandlung von schweren Verletzungen wie eine Querschnittslähmung oder starken Verbrennungen, degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Multiple Sklerose oder Makuladegeneration sowie bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes mellitus.

 

Welche Möglichkeiten bietet die regenerative Medizin?

Ein Verfahren der regenerativen Medizin, das bereits seit vielen Jahren etabliert ist, ist die Stammzelltransplantation, die bei der Behandlung von Leukämie und Lymphomen durchgeführt wird. Die einem Spender entnommenen blutbildenden, adulten Stammzellen werden dem Patienten injiziert und bauen auf diese Weise das zerstörte blutbildende System im Knochenmark wieder auf. Auch schwere Verletzungen der Haut, beispielsweise durch Verbrennungen, werden bereits erfolgreich mit Stammzellen behandelt. Ein wesentlicher Bestandteil der regenerativen Medizin ist das Tissue Engineering, dessen Ziel die künstliche Züchtung verschiedener Gewebearten zum Gegenstand hat. Auf diese Weise konnten bereits autologe Herzklappen[1] und Gefäßprothesen hergestellt werden. Da die hierzu verwendeten Zellen dem Patienten entnommen werden können, besteht bei der Transplantation nicht die Gefahr einer Abstoßung durch das Immunsystem, wie sie bei der Organspende zu beobachten ist.

 

Hoffnungen für die Zukunft

Ein langfristiges Ziel der regenerativen Medizin ist beispielsweise die In-Vitro-Züchtung und Transplantation ganzer Organe. Die bisher erfolgreich gezüchteten Gewebe bestanden aus einer einzigen Zellart. Für das Tissue Engineering von funktionsfähigen Organen müssen jedoch unter anderem Blut- und Lymphgefäße sowie Stützgewebe hergestellt werden, was den Forschern bis dato noch nicht gelungen ist. Besonderes Interesse gilt in diesem Zusammenhang den adulten und induzierten, pluripotenten Stammzellen, da diese die Fähigkeit besitzen, sich in verschiedene Gewebearten auszudifferenzieren. Ein weiterer wichtiger Bereich der regenerativen Medizin ist die Grundlagenforschung. So werden z. B. zelluläre Mechanismen an den künstlich hergestellten Geweben erforscht und die Wirksamkeit von Pharmazeutika oder der Einfluss von Schadstoffen untersucht.

 

Quellen:

  • [1]: Vgl. u.a. Haverich, A.; Steinhoff, G.; Stock, U. (et. Al.): Gewebezüchtung: (Tissue Engineering) von Herzklappen. In: Dtsch Arztebl 2000; 97(8): A-448 / B-396 / C-358

Leute, die nach Regenerative Medizin suchten, interessierten sich auch für:

Stammzellen

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Jede der über 100 Billionen Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Durch Vermehrung und Differenzierung der Stammzellen entstehen mehr als 200 verschiedene Zellarten. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

Alleskönner zum Regenerieren, Spezialisieren & Reparieren
Als einmalige Stammzellquelle ein kostbares Gut

Nabelschnurblut

Im Blutkreislauf Ihres Babys befinden sich Millionen Stammzellen. Nach dem Abnabeln bleibt ein Rest dieses stammzellreichen Blutes in der Nabelschnur zurück. Zwischen 60 und 200 Milliliter des kostbaren Gutes "Nabelschnurblut" können bei einer Punktion der Nabelschnurvene gewonnen werden. Die Gewinnung der Nabelschnurblut-Stammzellen ist einfach, sicher, schmerzfrei und ohne Risiko für Mutter und Kind. Und noch ein Vorteil: Die Stammzellen sind zu diesem Zeitpunkt noch vollständig intakt, in der Regel virenfrei, äußerst agil und teilungsfreudig.

Gute Gründe für das Einlagern von Nabelschnurblut

  • Stammzellen aus Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe sind einfach und sicher zu gewinnen.
  • Kryokonserviert altern die Nabelschnurblut-Stammzellen nicht und behalten ihre vitalen Eigenschaften.
  • Für den eigenen Körper sind sie am besten verträglich - das Gewebe stimmt zu 100 Prozent überein.
  • Dass keine Abstoßungsreaktionen auftreten, ist vor allem für die Regenerative Medizin ein großer Vorteil.
  • Einmal eingelagert, können die Nabelschnurblut-Stammzellen unter Umständen auch für erkrankte Geschwister Hilfe bedeuten.
  • In klinischen Studien werden weltweit neue Therapien und Anwendungsgebiete erprobt.