Gesundheit

5 unglaubliche Fakten über die Nabelschnur

2017 wurde erstmals am 15. November der Welt-Nabelschnurblut-Tag (World Cord Blood Day) von der „Safe the Cord Foundation“ ins Leben gerufen. In diesem Jahr folgt die Fortführung der neubegründeten Tradition. Der weltweite Aktionstag soll auf die wachsende Bedeutung des Nabelschnurblutes und der darin enthaltenen Stammzellen für die Medizin von heute und der Medizin der Zukunft aufmerksam machen. Experten schätzen, dass in Zukunft jeder siebte Mensch im Laufe seines Lebens eine Stammzellentransplantation benötigen wird. Doch nur drei von zehn Personen, die z. B. ein fremdes Stammzelltransplantat benötigen, finden innerhalb der Familie einen geeigneten Spender. Die anderen 70 Prozent der Patienten sind bislang auf einen Fremdspender und damit auf öffentliche Stammzellspenderdateien und/oder Nabelschnurblutbanken angewiesen.

 

Fakt Nummer 1: Stammzellen aus der Nabelschnur retten Leben

In der Nabelschnur pulsiert das kindliche Blut, um das Baby im Bauch der Mutter mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Die Nabelschnur ist damit die Verbindung des Kindes zur Außenwelt.

1978 wurde erstmals nachgewiesen, dass sich im Nabelschnurblut hämatopoetische Stammzellen befinden. Heute weiß man, dass das Nabelschnurblut nicht nur reich an blutbildenden Stammzellen ist, sondern sich im Nabelschnurgewebe auch viele mesenchymale Stammzellen angesiedelt haben.

1988 – zehn Jahre später – setzte die französische Ärztin Eliane Gluckmann erstmals Nabelschnurblut in einem Pariser Krankenhaus ein, um damit eine Fanconi-Anämie bei einem Kind zu therapieren. Sie revolutionierte mit diesem Ansatz die Medizin, denn der Siegeszug der neonatalen Stammzellen ist längst nicht mehr aufzuhalten. Bis heute können bereits über 80 Krankheiten mit Nabelschnurblut behandelt werden. Studien lassen hoffen, dass mit Nabelschnurblut in Zukunft auch die großen Volkskrankheiten wie Diabetes, Schlaganfall, Herzinfarkt und Demenz therapiert werden können.

In der medizinischen Anwendung nehmen die Nabelschnur-Stammzellen gegenüber den häufig genutzten Knochenmark-Stammzellen immer mehr an Bedeutung zu. Die neonatalen Stammzellen, wie die Stammzellen aus der Nabelschnur auch genannt werden, haben für Mediziner gegenüber anderen Stammzellquellen einen entscheidenden Vorteil: Sie sind besonders jung und damit unbelastet. Krankheiten, Mutationen oder Umwelteinflüsse konnten ihnen noch nichts anhaben. Durch die Lagerung im Kryotank sind sie zusätzlich schnell verfügbar. Des Weiteren sind die neonatalen Stammzellen nicht nur sehr teilungsfreudig, sondern auch noch äußerst flexibel. Sie werden so besser vertragen. Es kommt beispielsweise seltener zur gefürchteten Komplikation GvHd (Graft versus Host-Disease). Die neonatalen Stammzellen sind deswegen für den medizinischen Einsatz geradezu prädestiniert.

 

Fakt Nummer 2: Die Nabelschnur ist ein Meisterwerk der Natur

Beim menschlichen Baby ist die Nabelschnur (Funiculus umbilicalis) zwischen 50 und 60 Zentimeter lang. Sie hat einen Durchmesser von 1,5 bis 2 Zentimetern.

Die Nabelschnur entsteht am Beginn der Schwangerschaft, wenn Dottergang und Haftstiel miteinander verschmelzen. Als Dottergang wird die Verbindung zwischen dem embryonalen Darm und dem Dottersack bezeichnet. Beim Dottersack handelt es sich um eine Ausbuchtung, die mit Flüssigkeit gefüllt ist und anfangs hilft, den Embryo zu versorgen. Sie verliert jedoch im Laufe der Schwangerschaft schnell an Größe und verschwindet fast vollständig. Als Haftstiel wird die ursprüngliche Verbindung zwischen dem Embryo und der Gebärmutterschleimhaut bezeichnet. Er entsteht, wenn sich die aus der befruchteten Eizelle hervorgegangene Blastocyste in der Gebärmutter einnistet. Diesen Vorgang bezeichnen Frauenärzte als Nidation. Der Haftstiel enthält bereits die Anlagen für die späteren Nabelgefäße. Genau an dieser Stelle entwickelt sich aus der mütterlichen Gebärmutterschleimhaut und den kindlichen Zellen die Plazenta, die die Versorgung des Embryos/Fötus während der Schwangerschaftsmonate bis zur Geburt übernimmt.

Die Nabelschnur selbst geht meist zentral aus der Plazenta hervor. Ab der 7. Schwangerschaftswoche beginnt die Nabelschnur zu wachsen. Je größer das Baby im Laufe der Wochen und Monate wird, desto länger wird auch die „Versorgungsleitung“. Die Bewegungen des Babys regen das Nabelschnur-Wachstum zusätzlich an, sodass sich die Verbindung zwischen Mutter und Kind immer optimal an die erforderlichen Platz- und Größenverhältnisse anpasst.

Um die in der Nabelschnur enthaltenen Gefäße vor dem Abknicken zu schützen, umhüllt die Wharton-Sulze, ein gallertiges Bindegewebe, die Blutgefäße. Die Wharton-Sulze enthält viele Kollagene und wasserbindende Substanzen wie Hyaluron. Dadurch wird die Nabelschnur besonders elastisch. Die Konsistenz des Nabelschnurgewebes erinnert an Gummi. Diese notwendige Stabilität und gleichzeitig auch erforderliche Flexibilität ist der Garant für das Überleben des Babys. Die zwei Nabelarterien (Arteriae umbilicalis) winden sich spiralförmig um die Nabelvene (Vena umbilicalis) und geben damit nicht nur nochmals mehr Stabilität, sondern der Nabelschnur auch ihre Spiralform vor. Dank diesem Bauplan der Natur kann sich die Nabelschnur hervorragend anpassen, indem sie sich dehnt oder zusammenzieht.

 

Fakt Nummer 3: Die Nabelschnur ist die lebenserhaltende Versorgungsleitung des Babys

Im letzten Schwangerschaftstrimester pulsiert jede Minute ungefähr ein halber Liter Blut durch die Nabelschnur. Es handelt sich dabei um das Blut des Babys, denn mütterlicher und kindlicher Blutkreislauf sind durch die Plazentaschranke strikt voneinander getrennt. Und dennoch klappt über die Nabelvene der Austausch von Nährstoffen und Sauerstoff sowie über die Nabelarterien der Abtransport von Kohlendioxid und Abbauprodukten des Stoffwechsels.

Das System aus Nabelschnur und Plazenta ist ein neuralgischer Punkt. Auch wenn die Nabelschnur selbst keine Nervenzellen und Nervenbahnen enthält, reagiert sie sehr sensibel auf äußere Einflüsse. Gesundheitliche Probleme der Mutter, Stress oder Mangelernährung können die Entwicklung beeinflussen und so zu einer Mangelversorgung des Babys führen. Da auch Giftstoffe und Medikamente über die Plazenta und die Nabelschnur beim Baby ankommen, sollten Schwangere auf eine gesunde Ernährung achten, Alkohol und Nikotin meiden und Medikamente nur in Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.

 

Fakt Nummer 4: Die Nabelschnur ist das erste Baby-Spielzeug

Der Tastsinn von Babys entwickelt sich bereits früh in der Schwangerschaft. Schon in der achten Schwangerschaftswoche kann der Embryo die Berührung von Gesicht und Lippen spüren. Mit 14 Wochen beginnt das Baby im Bauch der Mama, die Umgebung zu erkunden. Es benutzt Hände, Füße und den Mund, um die Gebärmutter zu „erforschen“. Ultraschallaufnahmen zeigen, dass Babys im Mutterleib nicht nur am Daumen nuckeln, sondern auch mit der Nabelschnur spielen. Diese ersten haptischen Erfahrungen sind wichtig für die Gehirnentwicklung. Werdende Mütter brauchen jedoch keine Angst zu haben, dass das Ziehen, Zerren und Spielen an der Nabelschnur gefährlich wäre. Mutter Natur hat wirklich an alles gedacht und die Nabelschnur auch als Spielgerät ausgelegt. Angeregt durch die Bewegungen des Kindes wächst sie einfach weiter. Ihre endgültige Länge erreicht die Nabelschnur übrigens um die 28. Woche nach dem Eisprung. Danach ist das Baby im Bauch so groß, dass die Bewegungen immer weniger werden, weil das Platzangebot beschränkt ist.

 

Fakt Nummer 5: Der Bauchnabel ist die erste Narbe im Leben

Der Bauchnabel ist die lebenslange Erinnerung an das Abenteuer Schwangerschaft und Geburt. Es handelt sich dabei um die erste kleine Narbe, die durch die Nabelschnur verursacht wird. Nach dem Abnabeln, also dem Durchtrennen der Nabelschnur nach der Geburt, trocknet der verbliebene Rest ein und fällt um den 15. Lebenstag einfach ab. Zurück bleibt der Bauchnabel. Er kann innen liegen oder nach außen gewölbt sein. Seine Form wird bereits während der Schwangerschaft festgelegt.

 

Vita 34 kümmert sich um den „Schatz aus der Nabelschnur“

Vita 34 macht sich seit Jahren dafür stark, das Meisterwerk Nabelschnur stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Wir wollen, dass jedes heute in Deutschland geborene Kind die Chance erhält, dass sein Schatz aus der Nabelschnur für später bewahrt wird und somit die neonatalen Stammzellen für zukünftige medizinische Anwendungen gesichert sind.

Nur unmittelbar nach der Geburt besteht ein kurzes Zeitfenster für die Punktion der Nabelvene und das Auffangen des Nabelschnurblutes. Verstreicht dieses Zeitfenster, so sind die wertvollen Stammzellen für immer verloren. Leider passiert dies noch immer viel zu häufig. In Deutschland wandern über 90 Prozent der Nabelschnüre nach der Geburt direkt in den Klinikmüll, obwohl die darin enthaltenen Stammzellen zum Wegwerfen eigentlich viel zu schade sind.

Werdenden Eltern kann daher nur empfohlen werden, sich frühzeitig über das Potenzial der Nabelschnur-Stammzellen zu informieren und für ihre Familie eine Entscheidung zu treffen: Einlagerung ja oder nein. Als Kunde von Vita 34 stellt sich übrigens nicht die schwierige Frage: Persönlich vorsorgen oder öffentlich spenden? Bei uns lässt sich beides miteinander verbinden. Dank unseren kostenfreien Spendenoptionen VitaPlusSpende und VitaMeins&Deins können gleichzeitig Stammzellen für das eigene Kind eingelagert und bei Bedarf einem anderen Menschen Hoffnung auf Heilung seiner Erkrankung geschenkt werden.

Möchten Sie mehr zur Einlagerung von Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe erfahren, rufen Sie uns an! Unter der kostenlosen Infoline unter 00800 034 00 000 stehen Ihnen die Vita 34-Experten von montags bis freitags Rede und Antwort. An 365 Tagen im Jahr sind Nabelschnurblut und Stammzellen schließlich unsere großen Themen. Am World Cord Blood Day nutzen wir jedoch gern auch die Möglichkeit, uns mit anderen Organisationen und Institutionen bei Veranstaltungen auszutauschen und neue Impulse zu setzen – damit heute bereits die gesundheitlichen Weichen für zukünftige Therapie-Optionen gestellt werden können!