Transfusionsmedizin

Was versteht man unter Transfusionsmedizin?

Großer Blutverlust beispielsweise durch einen Unfall oder bei einer Operation, Blutarmut (Anämie), schwere Infektionen und chronische Blutkrankheiten wie zum Beispiel Thrombozyten-Mangel, Mangel an Plasmaproteinen und Gerinnungsfaktoren können eine Bluttransfusion erforderlich machen. Mit der Gewinnung, der Aufbewahrung und der Bereitstellung der lebensrettenden Blutkonserven beschäftigt sich die Transfusionsmedizin. Ein angehender Transfusionsmediziner muss sich übrigens einer fünfjährigen Weiterbildung unterziehen. Medizinische Fachgebiete, in denen die Transfusionsmediziner häufig arbeiten, sind die Chirurgie, Onkologie und Notfallmedizin.

 

Transfusionsmedizin: Bluttransfusionen retten Leben

Eine Bluttransfusion kann mit Eigenblut oder gespendetem Blut erfolgen. Eine Eigenblutspende (Autotransfusion) kommt dann zum Einsatz, wenn größere Operationen geplant werden. Dazu wird dem Patienten im Vorfeld Blut abgenommen und anschließend wieder zugeführt. Oftmals werden keine Vollblutspenden verwendet. Häufiger erfolgt eine intravenöse Infusion von einzelnen Blutbestandteilen in Form von Erythrozyten-, Granulozyten- oder Thrombozytenkonzentraten. Neben der Eigenblutspende gibt es seit vielen Jahrzehnten auch die Fremdblutspende. Hier spenden Freiwillige ihr Blut für die Allgemeinheit.

Im Zuge einer Transfusion ist die Beachtung der Blutgruppen mit ihren spezifischen Merkmalen oberstes Gebot, da es bei einer Nicht-Kompatibilität zu einer lebensbedrohlichen immunologischen Reaktion kommen kann. Weitere Risiken einer Bluttransfusion sind die Infektion mit Bakterien und Viruserkrankungen wie etwa HIV sowie Hepatitis C und B. Um die Infektionsrisiken zu begrenzen, werden Spender ausführlich zu Risikosituationen befragt. Ausgeschlossen von der Spende sind grundsätzlich Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, Drogenabhängige und Homosexuelle. Auch Menschen, die sich sechs Monate vor der Blutspende in tropischen Gebieten aufhielten oder sich vor weniger als vier Monaten Tätowieren oder Piercen ließen, sind zeitweise von der Blutspende ausgeschlossen.

 

Aufbewahrung von Nabelschnur etabliert sich als neuer Zweig der Transfusionsmedizin

Blutkonserven werden in einer Blutbank aufbewahrt. Jedes Krankenhaus hat einen gewissen Vorrat an Blutkonserven. Die Abteilung Transfusionsmedizin muss notfalls weitere Blutkonserven bei den Blutbanken und Blutspendediensten anfordern.

Seit der Entdeckung, dass das Nabelschnurblut reich an Stammzellen ist, hat sich neben der Bereitstellung von Blutkonserven in der Transfusionsmedizin noch ein weiterer Zweig fest etabliert: Das Einlagern von Nabelschnurblut und der darin enthaltenen Stammzellen. Dies erfolgt bei sogenannten Nabelschnurblutbanken bzw. Stammzellbanken. Mit Hilfe der Transfusionsmedizin eröffnen sie ein Fenster in die Medizin der Zukunft wie die Regenerative Medizin auch gern genannt wird.

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Stammzellen

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Jede der über 100 Billionen Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Durch Vermehrung und Differenzierung der Stammzellen entstehen mehr als 200 verschiedene Zellarten. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

Alleskönner zum Regenerieren, Spezialisieren & Reparieren
Als einmalige Stammzellquelle ein kostbares Gut

Nabelschnurblut

Im Blutkreislauf Ihres Babys befinden sich Millionen Stammzellen. Nach dem Abnabeln bleibt ein Rest dieses stammzellreichen Blutes in der Nabelschnur zurück. Zwischen 60 und 200 Milliliter des kostbaren Gutes "Nabelschnurblut" können bei einer Punktion der Nabelschnurvene gewonnen werden. Die Gewinnung der Nabelschnurblut-Stammzellen ist einfach, sicher, schmerzfrei und ohne Risiko für Mutter und Kind. Und noch ein Vorteil: Die Stammzellen sind zu diesem Zeitpunkt noch vollständig intakt, in der Regel virenfrei, äußerst agil und teilungsfreudig.

Gute Gründe für das Einlagern von Nabelschnurblut

  • Stammzellen aus Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe sind einfach und sicher zu gewinnen.
  • Kryokonserviert altern die Nabelschnurblut-Stammzellen nicht und behalten ihre vitalen Eigenschaften.
  • Für den eigenen Körper sind sie am besten verträglich - das Gewebe stimmt zu 100 Prozent überein.
  • Dass keine Abstoßungsreaktionen auftreten, ist vor allem für die Regenerative Medizin ein großer Vorteil.
  • Einmal eingelagert, können die Nabelschnurblut-Stammzellen unter Umständen auch für erkrankte Geschwister Hilfe bedeuten.
  • In klinischen Studien werden weltweit neue Therapien und Anwendungsgebiete erprobt.