Cerebralparese bzw. frühkindliche Hirnschädigung

Ursachen, Symptome, Behandlung und Therapie

Cerebralparese: Ursachen und Symptome

Unter dem Begriff Infantile Cerebralparese werden Hirnschäden zusammengefasst, die meist aufgrund eines Sauerstoffmangels vor, während oder nach der Geburt entstehen. Weitere Ursachen können Krankheiten der Mutter während der Schwangerschaft sein, etwa Toxoplasmose, Röteln, aber auch Alkoholmissbrauch. Ebenfalls kann ein Hirnschaden im Kindesalter beispielsweise infolge einer Hirnhautentzündung oder eines Schädel-Hirn-Traumas entstehen. Bei einer Cerebralparese ist die übliche Entwicklung des zentralen Nervensystems gehemmt, wodurch Bewegungs- und Haltungsbesonderheiten entstehen. Auf diese Weise kann es zu Spastik, einer Steifheit der Glieder mit einer verlangsamten Bewegung oder auch zu einer Athetose, die sich durch unwillkürliche und verkrampfte Bewegungen äußert, kommen. Auch eine Ataxie, die durch Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen und abgehackte Bewegungen gekennzeichnet ist, wird durch diese Schädigung hervorgerufen. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen liegen Mischformen vor.

 

Behandlung und Therapie der Cerebralparese

Bisher gibt es keine kausale Therapie der Cerebralparese, sodass vordergründig die individuellen Beschwerden der Patienten behandelt werden. Dabei ist es einerseits wichtig, dass die Behandlung so früh wie möglich nach der Diagnosestellung beginnt und dass andererseits die beteiligten Ärzte, Therapeuten und Eltern eng zusammenarbeiten. Eine Physiotherapie zielt vor allem darauf ab, vorhandene Fähigkeiten zu verbessern, Bewegungsabläufe zu beschleunigen und Fehlhaltungen vorzubeugen. Die Ergotherapie unterstützt indes, die Aufgaben des täglichen Lebens wie die Körperpflege, das Anziehen und das Essen zu trainieren. Auch können orthopädische Hilfsmittel wie Gehhilfen oder Rollstühle den Alltag erleichtern. Daneben kann die vom Hirnschaden verursachte Spastik auch medikamentös behandelt werden. Aber auch operative Maßnahmen, wie Gelenkversteifungen oder eine Nervendurchtrennung, stehen zur Verfügung, wenn die genannten Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen.

 

Vielversprechende Ergebnisse aus der Stammzellforschung

Statistiken zeigen: Von 500 lebend geborenen Kindern ist eines von der Cerebralparese betroffen. Da Hirnzellen sich im Gegensatz zu vielen anderen Körperzellen nicht regenerieren, ist bisher keine Heilung möglich. Forscher untersuchen deshalb Möglichkeiten, Stammzellen für die Therapie eines Hirnschadens einzusetzen. Da Stammzellen von fremden Spendern Abstoßungsreaktionen hervorrufen, ruhen große Hoffnungen auf einer Behandlung mit Stammzellen aus dem eigenen Nabelschnurblut.[1] Derzeit werden mehrere Studien durchgeführt, bei denen schon erste Erfolge beobachtet werden konnten. Bei der Cerebralparese handelt es sich jedoch nicht um ein fortschreitendes Krankheitsbild. So kann nicht immer eindeutig festgestellt werden, ob die Fortschritte der Patienten auf die Behandlung mit den Stammzellen oder die herkömmlichen Therapiemaßnahmen zurückzuführen sind. Mediziner sind jedoch zuversichtlich, eine wirksame Stammzelltherapie zu finden – auch weil sich bei den autologen Infusionen von Stammzellen aus Nabelschnurblut bisher keine Nebenwirkungen gezeigt haben.

In eigener Sache: Vita 34 hat bereits Stammzellen bei Cerebralparese bereitgestellt

Stammzelldepots von Vita 34 sind bereits im Rahmen der Behandlung einer Cerebralparese eingesetzt worden. Vita 34 begleitete 10 autologe Stammzelltransplantationen bei drei Mädchen und sieben Jungen. Die Kinder waren zwischen vier Monaten und sieben Jahre alt.

 

Quellen:

  • [1] Vgl. u.a.: Wang, L.; Zhou, J.; Xie, J. (et al): Therapeutic potential of umbilical cord mesenchymal stromal cells transplantation for cerebral palsy: a case report. IN: Case Rep Transplant. 2013;2013:146347. DOI: 10.1155/2013/146347

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